Krüger-Strohlmann, Ortrud

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Ortrud Krüger-Strohlmann, Bad Homburg

Frauen in der deutschen Pfadfinderbewegung nach 1945 (Koedukation und Pädagogisierung). Ein Podium der Generationen.

 

Lebenslauf

Wato – Ortrud Krüger – pfadfinderisches Urgestein

Die Familie, die Kunst und die Pfadfinder – drei Herzensthemen, die Ortrud Krüger-Stohlmann durchs Leben begleitet haben

„Ich versuche, das Wesentliche eines Menschen zu erfassen und den gesunden Menschen darzu­stellen, wie er uns täglich begegnet. Die Sehnsucht nach einem humanen Menschenbild ist tief im Herzen der Menschen verwurzelt. Auch mein Werk ist eine Mitteilung dieser Sehnsucht. So arbeite ich mit dem Ziel, der Würde des Menschen in der Kunst sichtbaren Ausdruck, selbstverständliche Darstellung zu verleihen"

Mit diesen Worten bringt Wato ihre Einstellung sowohl in ihrer Tätigkeit als renommierte Künstlerin als zu ihrer gesamten Lebensweise, zum Ausdruck. 92 Jahre lang hat sie diese Einstellung beispielhaft demonstriert.

Am 4. Januar 1925 wurde Wato - Ortrud Stohlmann - als zweite Tochter einer Duisburger Familie geboren und interessierte sich bereits als Kind für Handwerk und Kunst. 1943zog die Familie, kriegsbedingt, nach Bad Homburg, wo Wato bis heute in der Kaiser Friedrich Promenade wohnt.

Kunst studierte sie in Berlin, und in Halle/Saale. Sie verschrieb sich ganz der Bildnisgestaltung, dem Portrait.Ausschlag gab der Bildhauer Dan Hauenstein, „der hat mich gefordert, von da an habe ich mich ganz dem Ton verschrieben.“ Später wurde sie Schülerin des Städel-Professors Curt Scholz: „Ich habe von Anfang an nur Portraits gearbeitet. Das Antlitz übt die größte Faszination auf mich aus, schon als Kind habe ich die Menschen immer angeglotzt“.Durch ihre Mitgliedschaft in den Künstlergruppen GEDOK, Künstlerclub Frankfurt „Gebende Hände“ und Kulturkreis Taunus-Rhein Main Bad Homburg ergaben sich Ausstellungen in Heidelberg, Hamburg, Frankfurt, München und Bad Homburg. Ihre Werke finden sich auch in den USA, in Namibia, England, Dänemark und Italien.

Bei einer Veranstaltung im Januar 1947 hörte Wato einen Vortrag über die Pfadfinderei von Gertrude Bruns (USA), die vom Weltbüro in London zum Aufbau der Pfadfinderinnengruppen entsandt war.Tenor war: Das Pfadfindertum ist eine Weltanschauung, die immer nur den Menschen sieht, ohne Rücksicht auf Rasse und Religion, Überzeugungoder Nationalität.Sie nahm im Sommer 1947 auf dem Gelände der JH Rüdesheim an einem Zeltlager teil, das von 5 internationalen Führerinnen geleitet wurde. Als Resultat gründete sie in Bad Homburg imSeptember 1947 in Bad Homburg die Pfadfinderinnengruppe „Wiesenvolk“, die innerhalb kürzester Zeit großen Zulauf hatte. Zu ihnen gehörte auch Ellen McCloy, Tochter des amerikanischen Hochkommissars, der die Gruppe unterstützte: „Wenn wir einen Ausflug gemacht haben, wurde unser Wichtel-Fähnchen an die Limousine gesteckt und ihr Bodyguard hat uns durch die Gegend gefahren. Es war eine sehr schöne Zeit!“

1949 wurde sie für die Pfadfinderinnen in der amerikanischen Zone zuständig, hat 1949 den Bund deutscher Pfadfinderinnen mitbegründet und bereits 1951 an einem Austauschprogramm in den USA teilgenommen.Dabei erlebte sie wie in Boston, USA, bei der „Convention" der amerikanischen Pfadfinderinnen, für sie als Vertreterin des „Bundes Deutscher Pfadfinderinnen" die Schwarz-Rot-Goldene Fahne hereingetragen wurde.

10 Jahre lang war Wato „Internationale Sekretärin" und 6 Jahre Mitglied des Weltrates der ISGF (International Scout and Guide Fellowship), des Weltverbandes der ehemaligen Pfadfinderinnen und Pfadfinder, wobei sie Kontakte zu Pfadfinderfreunden in der Weltbewegung knüpfte.

Wato hielt ihre „Gruppe“ bis 2005 in der Gilde Bad Homburg im VDAPG zusammen, deren geistiger Motor sie war und die 2006 mit der Gilde Hessen fusionierte. Obschon praktisch taub, hält sie mittels E-Mail mit ihrer Familie, den Söhnen Asko und ihrem in Sydney, Australien, lebenden Sohn Enno, lebhaften Kontakt. Ebenso wie mit dem Rest der Welt. Sie nimmt regelmäßig an allen Treffen teil und trägt jeweils zu diesen mit ihren geistvollen Morgenrunden bei. Und besucht regelmäßig ihre Enkel in Australien. Wobei in 2014 das Welttreffen von ISGF ein Höhepunkt für sie war.

Wato repräsentiert im wahrsten Sinne des Wortes die Devise: „Einmal Pfadfinderin, immer Pfadfinderin“.

Ad multos Annos Wato!

 

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Martin Lochter

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